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Stirbt die Esche in Europa aus?

16. April 2025 admin Comments Off

Vermutlich ja. Heimische Eschen werden durch den Pilz ” “Hymenoscyphus pseudoalbidus” derzeit massiv in ihrer Verbreitung und Entwicklung beeinträchtigt. Der Verursacher des Eschentriebsterbens, auch »Falsches
Weißes Stengelbecherchen« genannt, hat sich mittlerweile in 22 Ländern
Nord-, Ost- und Mitteleuropas etabliert und ist auch in Bayern
flächendeckend in den Eschenbeständen anzutreffen.

Seit 2006 ist man sich in Forscherkreisen sicher. Das Eschensterben, das erstmals 1992 im Baltikum und im Nordosten Polens auftrat, ist auf diesen zerstörerischen Pilz zurück zu führen. Dieser stammt mutmaßlich aus dem asiatischen Raum. In Dänemark sind die Bestände an Eschebäumen  mittlerweile um 95 Prozent geschrumpft.

Esche ist ein sehr wiederstandfähiges Hartholz mit wenig Inhaltsstoffen. So eigenet es sich hervorragend für Brotzeitbretter, Axtstil, Hammerstiel,…und überall da, wo Härte, Dehnbarkeit ohne zu brechen und splitterarm gefragt ist. Eiche z.B. hat sehr viel Gerbsäure, die beim Kontakt mit Wasser oder Flüssigkeiten an die Oberfläche tritt – das ist für Brotzeit- u. Schneidebretter sehr nachteilig.

Umso mehr schade, dass die europäische Esche nach dezeitigem Stand vermutlich aussterben wird. 
Wie zeigt sich die Pilzkrankheit am Baum:Braune Blattflecken, welkende Triebe, rötliche Rindenstellen und eine schüttere Baumkrone.

Symptome an Blättern und Trieben
  • Braune Flecken: Im Sommer bekommen die Blätter kleine, braune bis graue Flecken.
  • Welke: Die Blätter verwelken, verfärben sich dunkel und hängen herab.
  • Bleibende Stiele: Typisch ist, dass die leeren Blattstiele lange am Ast hängen bleiben und nicht abfallen.
  • Triebsterben: Der Pilz wandert in die Zweige weiter. Die Rinde junger Triebe verfärbt sich ocker bis rotbraun, und der obere Teil des Astes stirbt ab.
Symptome an Stamm und Krone
  • Lichte Krone: Da viele Äste absterben, wirkt die Krone des Baumes dünn und durchsichtig.
  • Rindenwunden (Nekrosen): Am Stamm und an dickeren Ästen entstehen eingefallene, oft rautenförmige Rindenwunden.
  • Sekundärschäden: Geschwächte Bäume werden oft zusätzlich von anderen Schädlingen wie dem Hallimasch befallen, was den Baum endgültig umstürzen lassen kann.

Für die nächsten Jahrzehnte werden die Bestände sicherlich noch ausreichen, aber bedauerlicherweise müssen sehr viele Eschen gefällt werden, weil der Pilz die Wurzeln verfaulen lässt, sie innen im Stamm hohl werden und irgendwann einfach umfallen. Ein weiteres Indiz ist eine lichte Krone oder sogar braune Blätter schon im Sommer. 
Eine Heilung gibt es nicht. Die betroffenen Bäume müssen gefällt werden.

Sind anfangs nur welke Triebe im Sommer oder abgestorbene Äste ein Indiz für den  Pilz, kann der Baumtot etwas hinausgezögert werden:
Herbstlaub entsorgen: Der Pilz überwintert auf den herabgefallenen Blattstielen. Rechen Sie das Laub im Herbst penibel zusammen und entsorgen Sie es im Restmüll oder in einer professionellen Kompostieranlage (nicht auf dem eigenen Gartenkompost). Das senkt den Sporendruck für das Folgejahr.

Besteht für den Eschenbaum keine Verkehrssicherungspflicht (steht er auf oder nahe dem öffentlichen Raum, neben einer Straße, Gehweg, etc., dann kann man die befallene Esche auch stehen lassen.
Freistehend im Wald oder tief im Garten: Verursacht der Baum keine Gefahr für Menschen oder Sachwerte, sollte er stehen gelassen werden. Einige wenige Eschen besitzen eine natürliche, genetische Resistenz gegen den Pilz. Diese gesunden oder nur leicht kranken Bäume sind extrem wichtig für die Zukunft der Baumart. Zudem dient totes Holz im geschützten Raum als wertvoller Lebensraum.